An der Grenze

Ich dachte, nun geht es mir besser, ich habe das Antibiotikum abgesetzt. Eine Woche lang fühlte ich mich besser. Ich habe viel gelesen, zuletzt von Jostein Gaarder: „Genau richtig“; eine Geschichte über einen Mann, der die Diagnose ALS bekam von seiner ehemals Geliebten, die auch seine Hausärztin war. Es sah zunächst so aus, als wollte er sich das Leben nehmen. Er schrieb alles in ein Buch, das in einer gemeinsamen Hütte in Norwegen lag. Er ließ sein Leben Revue passieren und auch die Entwicklung der Welt und der Menschheit. Er entschied sich, weiter zu leben, nachdem sich seine  Frau und Geliebte intensiv darum kümmerten, Kontakt zu ihm zu bekommen. Da  war für mich die genau richtige Lektüre zum richtigen Zeitpunkt. Weiter leben, auch wenn es keine Aussicht auf eine Verbesserung gibt., sondern auf eine zunehmende Verschlechterung hinaus läuft.

Die Seerose in dem Teich vor meinem Fenster steht kurz vor der Blüte, sie soll das Symbol dafür sein, dass das Leben immer wieder aufblüht, auch wenn es noch so schlimme Phasen gibt.
Momente, für die es sich lohnt zu leben auch unter sehr großen Einschränkungen

Genau richtig, das geschieht mir immer wieder in meinem Leben.

Ich fühlte mich jetzt immer wieder wie ein Fisch im Trocknen, wenn ich Atemnot bekam bei der kleinsten Anstrengung. Es besserte sich zunächst nicht, ich musste viel zu lange warten, bis ich das Gefühl hatte, dass meine Lungen sich wieder effektiv mit Sauerstoff füllen. In diesen Momenten machte es keine Freude mehr zu leben.  Ich hatte Angst, ich würde jetzt ersticken.Und meine Erkrankung wird jetzt nur noch schlimmer.

Gestern war es besonders schlimm, ich lag in meinem Entspannungssessel, Max lag neben mir. Es war draußen stürmisch, eine Tür klapperte. Max bekam Panik, er kratzte mit der Pfote an meinem Arm, warf einen Tisch neben meinem Sessel um und war sehr unruhig. Zum Glück hörte der Sturm auf , und ich konnte ein wenig schlafen. Doch dann meldete sich meine Blase. Ich fand das Bedienungspaneel für meinen Sessel nicht, es war herunter gefallen . Ich musste mich für meine Verhältnisse extrem anstrengen, um aus dem Sessel heraus zu kommen bei hochgeklappten  Fußteil.Wieder hatte ich das Gefühl, es geht auf ein Endstadium meiner Erkrankung zu, es gibt nichts mehr, was ich wirklich tun kann, damit sich das ändert. 

Ich habe eine Stunde später eine sehr schöne Dokumentation über den Oman und über Südvietnam angesehen , und konnte das sehr genießen. 

Dann bekam ich  das Ergebnis der Blutentnahme, die Entzündungswerte sind sehr hoch. Ich habe mit der Einnahme eines Antibiotikums begonnen. Einen Tag später ging es mir ein wenig besser, und nun ist wieder Hoffnung da, dass das hier noch nicht der Weg zu meiner letzten Etappe ist. Es liegt eine erneute Lungenentzündung vor durch die Schluckstörung. 

Ich hatte mir so sehr gewünscht, dass unsere Beziehung besser wird. Das ist so geschehen. Und es klären sich auch andere Dinge. In unserer Familie sind Mehrere hyperaktiv. Auch mein Sohn. Es war nicht meine Schuld, dass er sich nicht wohl fühlte in seiner Haut. Aber damals kannte man diese Diagnose wohl noch nicht so gut und ordnete die Kombination nicht als Symptome einer AHDS oder nur ADS ein : Schreikinder, motorisch unruhig, verträumt, Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben, nicht Stillsitzen können, all das hatte mein Sohn, und ich war oft verzweifelt. Und nun kann ich mir das erklären. Und wenn die Kinder meiner Tochter zu Besuch kommen, dann können wir achtsamer mit ihnen umgehen. Wir wissen dann, dass so manches Verhalten genetisch bedingt ist , dass sie einfach nicht lange still sitzen können, wenn Sie nicht draußen spielen konnten .

Sexueller Missbrauch

Im  Augenblick  beschäftigt mich das Thema  sexueller Missbrauch sehr. Es wird jetzt deutlich, mit welcher Brutalität auch Kleinkinder missbraucht werden. Es ist eigentlich kaum zu glauben. Und doch ist es wahr, was passiert ist und immer wieder passiert. Es ist eine Art von Seelenmord, verändert das ganze Leben einer betroffenen Person. Sie wird immer Schwierigkeiten haben, sich selber zu glauben, sich als anders wahrnehmen und dafür schämen, wird ausgegrenzt werden, Und wenn sie es nicht aufarbeiten kann, wird sie fast nie im eigenen Sinne handeln, sondern fremd bestimmt, um beliebter zu sein, muss sie sich quasi prostituieren..Viele Betroffene können vielleicht jetzt doch noch selber glauben, was mit ihnen passiert war. Vielleicht lindert das wenigstens die Scham über das Passierte und die Folgen an der Person.

Bei mir kam es  Missbrauch als Kleinkind in ganz brutaler Form , dann ein Erlebnis als Elfjährige mit einer lesbisch verranlagten Siebzehnjährige n.

Auch der Turnlehrer wurde übergriffig. Er machte mich verliebt und auch andere junge hübsche Turnerinnen. Seine Frau arbeitete auch in diesem Turnverein, und es war ein ganz merkwürdiges Gefühl zu erleben, wie er sie wahrscheinlich auch betrog

Er .fasste mir und den anderen Turnerinnen an den Busen, flirtete mit uns, und ich  war total verliebt in ihn und hin und her gerissen, was ich tun sollte.

meine Schwester und ich tanzten Volkstänze im Turnverein. Unser Turnlehrer versprach uns, wir könnten im Elverat at als Tanzmariechen mitmachen auf Karnevalssitzungen. Die Lübecker hatten nicht viel Erfahrung darin ,Karneval zu feiern Aber einmal im Jahr gab es eine Sitzung, bei der der Elverrat auftrat mit einer Gruppe von jungen Frauen als Tanzmariechen mit hohen Stiefeln, kurzen Röckchen, wir waren sehr stolz auf diese Verkleidung.  .Alte Männer, die zur Prinzengarde gehörten setzten uns auf ihren  Schosss . Deshalb lehnten wir es ab, weiter zu machengeschah auffallend häufig als Turnerin im Turnverein.

Während des Studiums könnten wir nur an das Ergebnis der Analyse unser Chemieaufgabe kommen, wenn wir mit dem Assistenten schliefen. ich hatte Glück, meine Freundin war mit diesem Assistenten befreundet, und konnte meine Ergebnisse aus ihm heraus locken.

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Es xx

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