Lebensfreude bei unserem querschnittsgelähmten Bordercollie Max

Leckerlies suchen:

Max kann nicht mehr selbstständig laufen, weil beide Hinterbeine gelähmt sind. Doch es gibt viele Dinge, die ihm weiterhin Freude machen und damit auch seine Lebensfreude steigern.Er braucht einen geregelten Tageslauf mit viel Abwechslung ,wahràscheinlich, weil er sich sonst langweilt. Er bellt, wenn er möchte, dass ich mit ihm spiele. Er muss gefordert werden, besonders intellektuell, das ist bei Bordercollies immer notwendig, aber für ihn ist es besonders wichtig, weil er ja selbst nicht mehr viel tun kann. Doch wir finden, dass er mit seinem oberen Körperteil ein ganz normaler Hund. geblieben ist.

Max Spielzeuge, der vielgeliebte Hase, eine Matte, in die wir Leckerlies stecken

Max verträgt nicht alle gekauften Leckerlis, deshalb stelle ich sie ihm selber her. Ich nehme sein Körnerfutter, das mische es mit etwas geriebenem Käse, den ich für eine halbe Minute in der Mikrowelle schmelze. Dann sind seine Futterkörner mit Käse überzogen, und die frisst er besonders gern.

1 : wir haben ein SpieLaus Holz, das seinen Intellekt fördern soll. Es ist eine runde Platte mit zehn Vertiefungen, in die ich seine Futterkörner hinein legen kann und sie mit Klötzen zudecke. Max kippt die Holzklötze um mit seiner Schnauze und holt sich darunter die Leckerlis heraus, er hat auch ein Spielzeug mit Vertiefungen aus Plastik, die er verschieben kann. Wir haben ihm eine Matte aus Verflochtenen Stoffstreifen gebastelt, zwischen denen er die Körner erschnüffeln kann.Er bekommt fast einen Rausch vor Freude an dieser Tätigkeit.

2. : wir haben ein anderes Hundespielzeug, bei dem er die Scheibe drehen muss, um an die Vertiefungen zu kommen, in denen die Leckerlis versteckt sind .

3. ich verstecke die Leckerlis in einer meiner Hände und Max soll schauen, in welcher Hand sie versteckt sind. Er stupst mich dann an, und wenn er richtig geraten hat, ist er sehr zufrieden .
Bei dieser Tätigkeit entwickelt er fast einen Rausch, er hat unglaubliche Freude daran, mit der Schnauze Leckerlis zu finden.

4. Ich werfe die Leckerlies auch auf den dunklenTeppich ,darauf kann er sie nicht sehen, und wenn er nicht mitbekommen hat, wohin ich sie geworfen habe, muss er wirklich seinem Riechsinn gebrauchen.
Nach so einer Tätigkeit, die meistens fünf Minuten dauert und ihm großen Spaß gemacht hat, ist er dann müde, und legt sich ganz zufrieden schlafen.

5. :Jagen der Staubsaugerdüse :

Wenn mein Mann den Teppich reinigt mit unserem Staubsauger ,dann rutscht Max hinter dem Staubsauger her, weil er in die Düse hinein beißen möchte. Früher rannte er, heute rutscht er hinterher auf seinem Hinterteil oder auf den Knien. Das macht ihm grossen Spass. Mein Mann muss nur aufpassen, das er nicht wirklich in die Düse hinein beisst. Max scheint dabei Jagdfieber zu entwickeln. Ähnlich versucht er, den Putzlappen zu fangen.

6. :wenn Max eine Mülltüte rascheln hört, möchte er sie fangen, und mit meinem Mann damit spielen, er versucht dann, die Mülltüte zu erhaschen.

Er liebt es :mmer ganz nahe bei seinem Herrchen oder seinem Frauchen zu sein, mit ihm zu schmusen, auf seinem Fuß zu schlafen,oder sich an einen Gegenstand auf dem Fußboden ankuscheln, oder unter einem Stuhl liegen oder unter dem Tisch, wenn wir frühstücken.

Kompressionsstrümpfe an und ausziehen helfen

6.: Es macht Max besonders viel Spaß, wenn mein Mann den Strumpf lang zieht und wieder loslässt, da fatzt er Max entgegen, und er versucht, ihn zu fangen. Dieses Spiel liebt er ganz besonders, und immer wenn ich abends sage :“Max die Strümpfe, “ kommt er noch einmal her gerobbt, obwohl er gerade ziemlich fest zu schlafen schien.

Spielen mit einem Stock: das ist seine Arbeit

7.: Max liebt es sehr, mit einem Stock im Maul zu laufen. Aber fast regelmäßig legte er früher den Stock am Wegesrand ab und markierte ihn. Heute kann er ja nicht mehr gezielt sein Wasser ablassen, und dann hat er sich diese Sache abgewöhnt. Er macht gern Tauziehen mit meinem Mann mit dem Stock, und wenn der Stock auf dem Boden liegt, dann spielen sie, : „wer hat den Stock zuerst geschnappt“.Max läuft immer noch gern hinter einem Stock her, das geht auch mit seinem Rollstuhl, wenn er auf den Vorderpfoten läuft. Wir hatten Sorge, dass er vornüberkippt, das ist aber nur der Fall, wenn er einen Berg hinauf oder hinunter laufen muss, z.b. wenn Kinder mit ihm spielen. Max entwickelt besonders Lebensfreude, wenn Kinder auf ihn zukommen und die Stöcke für ihn werfen oder mit ihm laufen. Er ist sehr kinderlieb.

8.: Raufen und spielen mit dem Hasen.

wenn mein Mann sich auf den Boden legt, kann er mit Max und dem Stoffhasen spielen. Mein Mann bewegt den Stoffhasen, Max schnappt danach. Und wenn er ihn erhascht hat, spielt er selbst mit dem Hasen, wirft ihn hoch, leckt ihn ab, und reitet auch auf ihm. Er versucht sich manchmal durch einen Ritt auf dem Hasen selbst zu befriedigen. Das gelingt manchmal und heute nicht mehr so gut. Wenn mein Mann auf dem Boden liegt neben Max, dann raufen sie, Max legt sich auf den Rücken, und lässt sich innig streicheln und schmust mit meinem Mann, dazu nimmt er auch seinen Hasen zu Hilfe. Der Hase war ursprünglich mal heil und schön, jetzt ist er an allen Ecken geflickt, hat ein anderes Auge als vorher, ein künstliches Ohr, der Schwanz ist aus anderem Material , und der Hase sieht richtig lustig aus. Eine Zeitlang hat mein Mann mit Max nicht mehr mit dem Hasen gespielt, das gehörte aber zu seiner Routine morgens eigentlich dazu. Weil Max nicht gleichzeitig sitzen und seine Pfoten betätigen kann, dachte mein Mann,er könne nun nicht mehr mit Max und dem Hasen spielen. Und da kam ich auf die Idee, das im Liegen zu probieren. Es geht auch, wenn beide auf dem Boden liegen und mein Mann den Hasen auf dem Sofa tanzen lässt .
Fressen ist eine Lebensfreude von Max, Probieren von Keksen, Eis, Gemüse, Ausschlecken des Sahnetopfes

9.: Autos hüten

schon als Welpe begann Max damit, Autos zu hüten. Er legte sich auf die Lauer, wenn er ein Auto hörte, und dann rannte er los, umkreiste das Auto und legte sich davor. Wir haben natürlich versucht ihm das abzugewöhnen, und uns darauf geeinigt, dass Max dort, wo auf der Straße regelmäßig Autos fahren, an der Leine bleiben muss. Wenn er jetzt mit seinem Rollstuhl unterwegs ist, läuft er an manchen der Kreuzungen bis zur Mitte , stellt sich vor den Kanaldeckel und beobachtet die Autos, die auf ihn zukommen. Es sieht immer so aus, als wolle er darauf zu laufen, wenn ein Auto kommt, aber wenn wir rufen :“bleib,“bleibt er zum Glück stehen. Wir lassen ihn nur auf die Kreuzung ganz in unserer Nähe frei laufen, dort kommt nur alle vier Minuten ein Auto vorbei.

Max ist glücklich und zufrieden, wenn der Tagesablauf nach einer bestimmten Ordnung folgt. Er bellt, wenn er möchte, dass jetzt etwas Bestimmtes geschieht, zweimal am Tag möchte er, dass ich das Futtersuchen – Spiel mit den Leckerlis mit ihm spiele.

Wenn wir spazieren gehen, habe ich auch Futter dabei, und wir lassen Max dann im Gras sein Körnerfutter suchen. Dazu hält er immer vor mir an, damit ich daran denke, das jetzt mit ihm zu tun.

Leute begrüßen:

Max ist ein besonders freundlicher, neugieriger, kommunikationsfreundlicher Hund. wenn wir spazieren gehen , begrüßt er manche Leute, indem er auf sie zugeht, auch wenn er sie nicht kennt. Und alle Leute, die er kennt begrüßt er , und darüber freuen sie sich sehr.

Er freut sich auch, wenn er anderen Hunden begegnet, man sieht ihm an, dass er sie am liebsten noch besteigen würde, auch die alten Damen.

Max ist ein kleiner Charmeur und Angeber, er weiß ganz genau, dass er ein besonders schöner Hund ist. Vielen Leuten macht es eine Freude, wenn Max sie begrüßt und auf sie zugeht. Ich glaube, er weiß ganz genau, dass er charmant ist, und mit seinem Rollstuhl ist er ja auch für viele Menschen interessant, weil sie das nicht kennen. Viele Menschen bleiben auch stehen, um sich zu erkundigen, warum er so behindert ist. Diese Aufmerksamkeit genießt er sehr.

10.: Schwimmen gehen:

Max liebt es, während der Physiotherapie im Hundeschwimmbecken zu schwimmen. Er bekommt eine Schwimmweste angezogen, die Physiotherapeutin steht auch im Wasser und wirft eine Plastikente oder ein Plastikhuhn, und Max fängt sie und bringt sie zurück. Die Bewegung im Wasser macht ihm großen Spaß , nur ein einziges Mal klappte es nicht so gut, da hatte er 3 kg zugenommen an Gewicht. Max freut sich immer schon sehr auf sein Schwimmen. Wenn er in die Praxis der Physiotherapeutin kommt, läuft er immer sofort in Richtung auf das Schwimmbad. Wir wissen nicht, ob er jemals wieder laufen kann, aber wir lassen ihn einmal in der Woche in dem Schwimmbad üben und spielen, weil es ihm so viel Freude macht, und ihm sicher auch gut tut.

Was hat sich geändert, seitdem Max querschnittgelähmt ist?

er bellt, wenn er ein Bedürfnis anmelden möchte,: wenn er Durst hat, wenn er fressen möchte, einen Spaziergang machen möchte, wenn er schmusen möchte, er bellt wenn er Langeweile hat. Wir haben gelernt, seine Bedürfnisse zu erkennen und auch zu befriedigen, er bellt eigentlich nur ganz selten, wenn er nichts benötigt, er regt sich über ein paar Dinge einfach auf.

Das mag er nich oder es regt ihn auf :

Wenn er im Fernsehen die Feuerwehr hört oder auf der Straße, bellt er, auch
wenn er das Wort Katze , Uhu oder Eichhörnchen, hört, wird er ganz unruhig und fängt an zu bellen.

gar nicht mag er es, wenn geschossen wird, das macht ihm aber im Fernsehen weniger aus, als auf der Straße. Wenn im Fernsehen geschossen wird legt er sich woanders hin, wo er seine Ruhe hat. Aber kurz vor Silvester und am Tag und in der Nacht von Silvester ist er immer sehr unruhig und aufgeregt und bellt jedesmal ganz empört , wenn er es knallen hört. Am liebsten würde er auf dem Schoß sitzen oder auf dem Sofa, aber er kann ja nicht mehr hinauf klettern. Früher hat er immer auf dem Sofa gesessen, wenn er sich angespannt fühlte , krank war oder Angst hatte.

wenn er einen Kauz rufen hört, bellt er auch, auch wenn das nur im Fernsehen passiert. Er verteidigt sein Futter und seinen Knochen und sein Spielzeug. Dann kann er richtig fauchen.

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