Treffen im Rathaus

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 Empfang im Rathaus

Preisverleihung durch die Aachener Bürgermeisterin , Frau Schmeer an Herrn Professor Schett

Gestern waren wir wieder eingeladen zu einem Empfang im Aachener Rathaus, denn heute findet das Rheumaseminar in Aachen zum 46.mal statt. Wie in jedem Jahr werden die Referenten und ehemalige Mitarbeiter der Rheumaklinik Aachen zu einem Empfang eingeladen. Dort wird die Franziskus Blondelmedaille verliehen an Rheumatologen, die sehr viel Positives im Dienste der Rheumatologie bewirkt haben. Diese Mal bekam Herr Professor Schett aus Erlangen diese Auszeichnung.

Die Bürgermeisterin Frau Schmeer hielt eine Rede und sprach über die Bedeutung der Stadt Aachen für das Badewesen. Schon die Römer hatten die heissen Quellen in Aachen genutzt. Im 17. Jahrhundert machte sich der Badearzt Franziskus Blondel verdient um die Praxis der sogenannten Balneotherapie ( Heilung durch bestimmte Bäder).

Die Rheumaklinik Aachen wurde verkauft , das Neubaugebäude wurde zerstört .

 Jahrzehntelang  war die Rheumaklinik Aachen für die hervorragende Betreuung von Rheumapatienten bekannt. Doch sie wurde verkauft, geschlossen und zum Teil sogar zertrümmert, das Loch existiert noch an der Stelle, wo der Neubau stand. Doch das Rheumaseminar hat überlebt.

Im Anschluss an die Preisverleihung fand ein Umtrunk statt.

Darauf hatte ich mich sehr gefreut. Ich bin viel zu oft nur bei uns zu Hause mit anderen Leuten zusammen, weil viele andere Orte nicht barrierefrei sind. Aber leider war das für mich jetzt eine schlimme Erfahrung. Alle anderen unterhielten sich angeregt, standen an den Stehtischen und unterhielten sich über mich hinweg. Ich kenne ganz viele der ehemaligen Mitarbeiter der Klinik. Ich konnte den Gesprächen nicht folgen, weil ich nicht auf Augenhöhe war mit den anderen, und mein Hörgerät half mir in dieser Situation garnicht. Es war so, als wäre ich nicht sichtbar.

Da befiel mich Plötzlich ein ganz trauriges Gefühl, und ich war sehr enttäuscht , dass kaum jemand zu mir kam, alle wollten sich mit anderen unterhalten, Ich hatte mich so gefreut, meine ehemaligen Kollegen zu treffen.

Ich reagierte ungewöhnlich heftig, ich war so deprimiert, dass ich das Gefühl hatte, so zu leben würde bedeuten, dass ich immer einsam bin und die anderen nicht erreichen kann. Ich war entmutigt, aber auch etwas ärgerlich auf die anderen.Ich wusste, dass es schwierig ist, bei einem Zusammensein im Stehen, wenn man selber im Rollstuhl sitzt. Aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass ganz wenige der Kollegen ganz kurz auf mich zu kamen , und die anderen gar keine Notiz von mir nahmen. Ich bin der Meinung, dass die anderen schon etwas Rücksicht auf den Behinderten im Rollstuhl nehmen könnten.

Auch heute morgen war ich noch sehr traurig. Ich denke, dass sich die anderen nicht vorstellen können, wie ausgegrenzt sich jemand fühlt, wenn die Kommunikation an ihm vorbei geht. Ich habe das Ganze sehr persönlich genommen, ich dachte, dass ich einen schlechten Eindruck gemacht hatte, oder dass ihnen mein Gesichtsausdruck nicht gefiel. Sie könnten ein Problem mit mir haben, weil ich so dick geworden bin, dass sie mich dafür verachten. Aber sie wissen, dass ich sehr krank bin, und deshalb so viel Kortison einnehmen muss , und dass dieses Medikament bei mir leider eine so starke Gewichtzunahme macht.

Komplexe wegen meines Aussehens und der Bbehinderung, Wiederholung alter Verletzungen als Kind

Gedanken als Behinderte auf einem Empfang

Ich glaube, dass ich so heftig reagiert habe, als ich mich nicht wahrgenommen fühlte, weil an meinem ersten Schultag alle Klassenkameraden: nacheinander zu mir sagten:“Du bist so dick, mit Dir gehe ich nicht.“Wir sollten uns nach der Pause zusammen aufstellen. Damals hatte ich mich auch so sehr gefreut ausf den ersten Schultag.diese Ausgrenzung war ganz schrecklich für mich. Ich war später eher zu dünn, zeitweise sogar anorektisch, weil ich kein richtiges Gefühl für meinen Körper mehr hatte.

Ich würde mir wünschen, die anderen würden das lesen, was ich geschrieben habe, damit sie wissen, wie das Gefühl ist, wenn man als Behinderter nicht an den Unterhaltungen teilhaben kann und auch noch sehr verändert aussieht.  

Dafür schäme ich mich oft und bin darüber sehr traurig. Ich esse garnicht viel, allerdings brauche ich immer eine ganz kleine Portion Süßes als Nachtisch. Ich esse dann so manches Mal abends nichts mehr. Mein Mann meint es sehr gut mit mir und füllt mir oft größere Portionen auf, als ich eigentlich essen möchte. Ich müsste die Reste, die mir zuviel sind, auf dem Teller lassen. Das fällt mir schwer.

Ich werde dieses Problem lösen müssen. Ich muss lernen zu akzeptieren, dass ein Zusammensein, bei dem alle anderen stehen , für mich nicht das Richtige ist. Ich sollte darauf verzichten, an Stehempfängen teilzunehmen. Aber gerade dort kann ich die Leute treffen, die ich kenne. Aber es passiert leider sehr oft, dass die Teilnehmer lieber im Kreis stehen bei den Unterhaltungen , und sich nicht setzen mögen.

Ich möchte lernen, doch mit solchen Situationen besser umzugehen. Ich müsste ganz gezielt versuchen, auf die anderen eingehen. Das ist mir vor zwei Jahren in der gleichen Situation sehr gut gelungen.

Mein Mann ist sehr beliebt , und viele Menschen scheinen die Unterhaltung mit meinem Mann vorzuziehen, oft auch meine Kinder. Sie tun gemeinsam Dinge, an denen ich nicht mithelfen kann. Sage ich dann , dass ich ausgeschlossen bin, sind sie beleidigt. Ich werde von vielen Menschen anscheinend nicht wahrgenommen, seitdem ich so behindert bin., das passiert auch auf unseren Spaziergängen. Ich muss hinterher fahren, während mein Mann mit anderen Hundebesitzern redet.

Ich muss akzeptieren, dass ich so dick bin und doch wieder in den Spiegel schauen, mich mit meinem Anblick versöhnen, und ich möchte und muss lernen, präsent zu sein und zu zeigen, dass ich mich auch mit unterhalten möchte. Vielleicht lerne ich es, das ohne Vorwurf zu sagen. Durch die Reaktion der anderen wird mir mein Anderssein leider noch mehr bewusst. Wahrscheinlich verunsichert mein Aussehen die anderen. Wenn dann viele andere Kollegen anwesend sind, ist es dann einfacher, sich mit Ihnen zu unterhalten.

In meiner Nachbarschaft können die Menschen besser damit umgehen, dass ich so behindert bin. Ich habe mit mehreren sehr netten Nachbarinnen eine kleine Lesegruppe ins Leben gerufen. Zunächst fanden alle Treffen nur bei mir statt, weil ich Stufen überwinden muss, um in das Haus der anderen zu kommen.Jetzt haben wir es auch geschafft, die Treffen bei den anderen Frauen zu machen, auf diese Art komme ich endlich mal heraus aus unserem Haus , und ich kann mich auch woanders unterhalten. Auf einen Empfang muss ich ja nicht unbedingt. gehen, aber leider kommen nur dann gerade Menschen dorthin, die ich sonst nicht treffe,

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