was fehlt mir- und was macht mich reicher, was ich doch noch alles tun kann

ein Bild von mir:

ich gelte als schwer behindert(Gesamt GDB von 100 Merkzeichen AG und B

Ich mag den Ausdruck schwer behindert nicht besonders, schon ab einem GDB (Gesamtgrad der Behinderung) ab 50  gilt der Betroffene als schwer behindert, auch wenn er noch richtig gehen kann und seine Arme und Beine einigermaßen gebrauchen kann.

Ich selber kann nicht mehr gehen, die Muskulatur der Arme ist so schwach, dass ich den Rollstuhl mit Hilfe der Arme nicht selber fahren kann, aber ich kann mich hinsetzen und aufstehen und zur Toilette gehen.

Weil ich sehr dick bin (durch Einnahme von sehr viel Kortison), habe ich eine Störung der Atmung mit erhöhten Blutgaswerten und schlafe deshalb tagsüber oft ein und muss nachts mit Überdruck beatmet werden.

Ich habe in den Fingern kein Gefühl und keine Kraft), die Unterschenkel schmerzen ständig, das rechte Bein ist gelähmt. Ich muss sehr viele sehr starke Medikamente einnehmen und kann nur sehr schlecht sehen. Ich bin tatsächlich sehr behindert.

Ich schreibe das, damit ihr euch vorstellen könnt, womit ich zu kämpfen habe und ichein ehrlich sein möchte.

Jetzt kommt das, was alles trotzdem noch geht, und das ist immer noch viel:

Ich kann mit meinem Elektromobil Spazierfahrten in den Wald machen und durch unser schönes Viertel,

ich kann viele interessante  Bücher lesen und mit meinem Kindle, mit Freunden telefonieren, Dokumentationen im Fernsehen ansehen, Musik und Hörspiele hören, tippen , E-Mails schreiben, anderen zuhören,

Es macht mir Freude:

ich kann Unterhaltungen führen mit Nachbarn, Freunden und mit meiner Familie.

Ich kann mit meinem Hund und meinen Enkeln spielen.

Ich lerne jeden Tag etwas Neues dazu.

Ich kann anderen zuhören, auch wenn es mir selber nicht so gut geht.

Ich schreibe sehr gern, und dieser Blog macht mir Freude

„Wenn ich mich noch etwas bewegen kann, vor allem auch selber noch bewegt werden kann, und wenn ich noch andere bewegen kann, und die Geduld habe, auf solche Momente zu warten, dann macht das Leben noch Freude“.

Das sagte mein Professor der Medizin auf einer Rede zu seinem hundertsten Geburtstag.

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